Die grüne Küche – Nachhaltigkeit außerhalb des Kochtopfs

Mit einer ökologisch verantwortungsvollen Ernährung fängt alles an. Und mit Veggieday, Mülltrennung, Möbeln und Achtsamkeit gehts weiter!

Langsam aber sicher ist ein nachhaltiger und umweltfreundlicher Lebenswandel in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das ist erfreulich, ausruhen sollte man sich darauf allerdings nicht. Neben den offensichtlichen Maßnahmen für die Küche – wie der Anschaffung von Kühlschränken und Spülmaschinen mit hoher Energiesparklasse oder effektiven Induktionskochfeldern – gibt es noch eine Menge kleiner Tricks, sein Küchenleben umweltschonender zu gestalten. Denn zu einem nachhaltigen Lebensstil gehört mehr als das Absuchen des Supermarktes nach Biosiegeln.


Naturschonende Materialien verwenden

Biologisch nachhaltige Produkte von Papptellern zu essen hat im wahrsten Sinne des Wortes einen unangenehmen Beigeschmack. Nachhaltigkeit sollte auch beim Zubereiten und Anrichten nicht vergessen werden. Plastikschneidebretter und Papierservietten können leicht gegen Schneidebretter aus Holz und Servietten aus Stoff ausgetauscht werden – was, nebenbei bemerkt, auch deutlich eleganter ist.

Achten Sie bei Holz – ob nun für die Ausstattung oder Ihre Küchenmöbel – auf unabhängige Gütesiegel. Die bekanntesten Siegel sind FSC („Forest Stewardship Council“) und das PEFC („Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“). Sie stehen für nachhaltige Holzwirtschaft und gelten nicht umsonst als „TÜV des Waldes“. Wegen der Hygiene müssen Sie keine Bedenken haben – Küchenbretter aus Holz schneiden dabei sogar besser ab als solche aus Plastik!

Der gläserne Vorratsschrank

Auch bei den Vorräten lässt sich getrost auf Plastik und Verpackungsmüll verzichten. Am besten lässt man alle unnötigen Verpackungen im Supermarkt – damit setzt man ein Zeichen, hat aber natürlich den Müll noch nicht vermieden. Besser: Auf dem Markt einkaufen oder in Städten wie Berlin, München oder Kiel die ersten verpackungslosen Supermärkte Deutschlands unterstützen.

Zuhause füllt man die Einkäufe dann in schicke Vorratsgläser. Im Regal sieht das auch viel schöner aus. Als schickes Extra kann man wiederbeschreibbare Etiketten auf die Gläser kleben.

Selbst gekocht schmeckt besser

Den Verzicht auf Fertiggerichte und Lieferdienste hat man sich oft leichter vorgenommen als ihn konsequent zu verwirklichen. Zwar liefern Fernsehen, Zeitschriften und unzählige Blogs eine Galaxie von Rezeptideen, dennoch scheint für viele die Überwindung, selbst einen Kochlöffel in die Hand zu nehmen, hoch zu sein. Gestresst greift man doch wieder zur Notfall-Tiefkühlpizza.

Warum eigentlich? Learning by doing schafft schnell gute Ergebnisse. Wer selber kocht, hat auch bei der eigenen Ernährung wieder die Karten in der Hand. Zusatzstoffe, Gentechnik oder der in Fertiggerichten unvermeidliche Zucker müssen draußen bleiben, und ganz nebenbei kostet Selberkochen weniger. Leckerer ist es sowieso – und entspannend ist Kochen auch!

Zurück zur Natur

Kräuter und Gewürze sind die Essenz guter Gerichte. Beeindruckend, was die Natur alles hervorgebracht hat. Erschreckend ist jedoch der Verkauf von Kräutern in den Supermärkten: So viel Plastikverpackung für ein paar Kräuterzweige, die unter einfachsten Bedingungen wachsen und uns mit herrlichen Aromen beliefern.

Natürlich lassen sich nicht alle Gewürze zu Hause ziehen, aber doch mehr, als man denkt. Selbst Gemüse, Tomaten und Salat wachsen auf dem Balkon. Das bringt nicht nur täglich frische Lebensmittel, sondern auch eine nicht zu unterschätzende Nähe zur Natur, die man besonders in hektischen Großstädten schnell verliert.

Wasser – frisch gezapft oder abgefüllt?

Die Supermarktregale sind mittlerweile voll mit Mineralwasser jeglicher Art. Die Geschmäcke sind verschieden, aber einig sollte man sich in Bezug auf die Verpackung sein. Denn (Plastik-) Flaschen, insbesondere deren Einwegvariante, sind wenig umweltfreundlich, ganz zu schweigen vom umweltschädlichen Transport der Flaschen per LKW über weite Strecken. Dabei belegen zahlreiche Studien die Qualität unseres Leitungswassers. Warum da noch Flaschen schleppen und Plastikmüll verursachen? Mit Früchten oder Kräutern aromatisiert, steckt Leitungswasser selbst teuren Wellnesssprudel in die Tasche.

Einfach recyceln

Skandinavisches Design genießt weltweit hohes Ansehen. Doch nicht nur beim Möbelbau, sondern auch beim Recycling landen Dänemark, Schweden und Co. regelmäßig auf den Spitzenplätzen. Das mag auch an der Nähe zur Natur liegen, vor allem aber an einer Grundregel, die gleichermaßen für Lampen und Recyclingsysteme gilt: Keep it simple!
Machen Sie es Ihren Mitbewohnern so leicht wie möglich, und sie werden das System nutzen. Alle Behälter sollten sich am selben Ort befinden und klar unterscheidbar sein, etwa durch Farben oder markante Symbole. Recycling kann sehr einfach sein.

Fleisch oder Gemüse?

Ob Veggieday oder Fleischfreitag: Die Schlagworte der Politik sind manchmal etwas ungeschickt gewählt, wenn umweltschonende Konzepte vorgestellt werden sollen. Das ändert aber nichts am Inhalt. Fleischkonsum verbraucht viele Ressourcen. Bio-Gemüsekisten und kreative vegetarische und vegane Kochbücher haben die fleischlose Ernährung nicht nur alltagstauglich, sondern auch verdammt lecker gemacht.

Wer nun noch ein spezielles Gemüsefach hat, in dem das Gemüse durch die Glasplatte vor zu kalten Temperaturen geschützt wird, ist doppelt im Vorteil.

Ein Apfel am Tag …

Obst ist gesund, das weiß eigentlich jeder. Und Gesundes sollte so oft wie möglich auf dem Speiseplan stehen. Aber um gute Vorsätze in die Tat umzusetzen, muss man Angebote schaffen: Was appetitlich präsentiert wird, findet schnell Abnehmer. Strategisch platziert, greift man im Vorbeigehen und ohne langes Nachdenken zu Apfel oder Birne. Gelegenheit macht Diebe – und dieser Mundraub geht vollkommen in Ordnung.

Kleine Warenkunde für frisches Obst: Äpfel und Bananen gehören in getrennte Obstkörbe. Äpfel strömen nämlich ein Gas (Methylen) aus, das Bananen schneller reifen und damit braun und matschig werden lässt. Dasselbe gilt übrigens auch für andere, nachreifende Früchte wie Pflaumen, Birnen und Avocados. Lagern Sie Ihre Äpfel also mit Sicherheitsabstand.

Schwächen überlisten

Der Mensch ist leicht in Versuchung zu bringen, und das wissen auch Supermärkte. Belohnungsangebote, Süßigkeiten an der Kasse und strategisch platzierte Verkaufsschlager lassen den Einkauf schnell größer werden als geplant.

Dagegen hilft eine einfache List, die Einkaufslist(e). Wer vorher die benötigten Lebensmittel aufschreibt und sich an diese Liste hält, schont Geldbeutel und Umwelt. Außerdem sollte man nie hungrig einkaufen. Denn leider sorgen ungeplante Impulskäufe dafür, dass viele Lebensmittel nicht gegessen werden und auf dem Müll landen. Mit einer abwaschbaren Kreidetafel in der Küche lässt sich darüber hinaus Papier für Einkaufszettel sparen. Ein gutes Gedächtnis vorausgesetzt …